Digitale Gesundheitskompetenz

Fit für Apps und Internet

Die Chancen der Digitalisierung für eine bessere Gesundheitsversorgung sind groß. Doch wie können auch jene Personen mit wenig Erfahrung im Umgang mit digitalen Lösungen im Gesundheitswesen an den Vorteilen teilhaben? Eine Antwort darauf geben die Ersatzkassen gemeinsam mit dem Projekt „Gesund digital – Fit für Apps und Internet“, das die digitale Gesundheitskompetenz fördern soll.

Beratung von Bürgern zum Projekt gesund-digital.info

Seit dem 1. Juni 2022 bieten die Ersatzkassen Patient:innen im Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) Aufklärung rund um die Digitalisierung im Gesundheitswesen an. Das Ziel des Projekts „Gesund digital – Fit für Apps und Internet“ ist die Förderung der digitalen Gesundheitskompetenz. Das Programm richtet sich dabei gezielt an Versicherte mit besonderem Unterstützungsbedarf im Umgang mit digitalen Lösungen, etwa chronisch Kranke, Ältere oder Personen mit Migrationshintergrund. Die Ersatzkassen leisten damit einen Beitrag zur gesundheitlichen Chancengleichheit, indem der zunehmenden „digitalen Kluft“ entgegengewirkt wird.

Mit der elektronischen Patientenakte (ePA), dem elektronischen Rezept (E-Rezept), der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) und den Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) steht Versicherten derzeit eine Reihe von digitalen Anwendungen im Gesundheitswesen zur Verfügung. Doch es zeigt sich, dass eine (erfolgreiche) Nutzung von digitalen Lösungen wesentlich abhängig ist von Faktoren wie Alter, Bildung und Einkommen. Eine gezielte Förderung der digitalen Gesundheitskompetenz bei sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppen ist daher notwendig, um den Zugang zu digitalen Versorgungsangeboten und den damit verbundenen Möglichkeiten zu unterstützen. Hand in Hand geht damit, Berührungsängste vor der Digitalisierung abzubauen. An dieser Stelle setzt das Projekt „Gesund digital – Fit für Apps und Internet“ an. Es wurde vom Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) initiiert und zusammen mit den Projektpartnern Share to Care, dem UKSH, der Digitalagentur TAKEPART und dem Leibniz-Institut für Medienforschung | HansBredow-Institut ausgearbeitet.

Pflegekräfte als Lots:innen

Infografik: Digitale Gesundheitskompetenz

Personen mit wenig Erfahrung im Umgang mit digitalen Lösungen einen niedrigschwelligen Zugang zur Digitalisierung zu ermöglichen, ist die wichtigste Herausforderung für den Aufbau der digitalen Gesundheitskompetenz. Demnach bedarf es einer gezielten Ansprache, um überhaupt auf die Digitalisierung und ihre Vorteile aufmerksam machen zu können. Im Projekt „Gesund digital – Fit für Apps und Internet“ gehen Pflegekräfte daher im UKSH direkt auf die Patient:innen zu und informieren über das Projekt sowie seine analogen und digitalen Angebote. Sie nehmen damit eine Lotsenfunktion ein und ermöglichen durch eine einfache und adressatengerechte Ansprache, dass ein Bewusstsein für die digitalen Lösungen geschaffen wird. Daneben bieten die Pflegekräfte bei Bedarf auch konkrete Hilfe zu den Digitalisierungsthemen an.

Analoges und digitales Angebot

Durch die Pflegekräfte werden die Versicherten auf die Kombination der analogen und digitalen Angebote im Rahmen des Projekts aufmerksam gemacht. Bei den analogen Angeboten werden den Versicherten zum einen Informationsflyer zur Verfügung gestellt, die Themen wie ePA, E-Rezept und DiGA übersichtlich und in einfacher Sprache vertiefen. Informationsabende zu den Themen wie Datenschutz und Patientensicherheit sowie ein Café-Treff mit der Möglichkeit zum persönlichen Austausch runden das analoge Angebot ab.

Screenshot: Webseite gesund-digital.info

Gleichzeitig wird das analoge Angebot digital erweitert. Auf der Website gesund-digital.info werden Versicherten zukünftig interaktive Schulungsmöglichkeiten mit Filmen zu Digitalisierungsthemen geboten.

Transfer auf andere Einrichtungen

Zunächst läuft „Gesund digital – Fit für Apps und Internet“ bis zum 31. Dezember 2023. In der Pilotierungsphase wird das Projekt am UKSH in Kiel umgesetzt. In diesem Zeitraum werden Erfahrungen mit den analogen und digitalen Angeboten gesammelt und anschließend evaluiert. Daraus werden Handlungsempfehlungen erarbeitet, wie das Projekt auch auf andere Einrichtungen übertragen werden kann, um auch in Zukunft einen Beitrag zur digitalen Teilhabe zu leisten.

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