vdek-Vorstandsvorsitzende

Drei Fragen an Ulrike Elsner

Von der Mitgliederversammlung des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek) ist Ulrike Elsner im Juli 2023 zum dritten Mal zur hauptamtlichen vdek-Vorstandsvorsitzenden gewählt worden, sie bekleidet das Amt seit 2012. Die Entscheidung erfolgte einstimmig. Nachfolgend wirft sie einen Blick auf das aktuelle gesundheitspolitische Geschehen und die künftigen Herausforderungen im Gesundheitswesen.

Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des vdek, auf der vdek-Mitgliederversammlung

Wie ist der vdek als Sprachrohr der Ersatzkassen aufgestellt?

Der Verband stellt sich seit mehr als 111 Jahren gemeinsam mit seinen Mitgliedskassen erfolgreich den vielfältigen gesundheitspolitischen Herausforderungen. Die einzelnen Ersatzkassen sind Premiummarken, stehen für eine exzellente Versorgung und sind für die Versicherten sehr attraktiv. Mit mehr als 28 Millionen Versicherten ist die vdek- Gemeinschaft Marktführer unter den Kassenarten. Diesen Rückenwind aus der Versichertengemeinschaft nutzen wir im politischen und im Versorgungskontext. Mit einem hochkompetenten Team der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gestalten wir eine moderne Versorgung und entwickeln Vorschläge für eine nachhaltige Finanzierung der Kranken- und Pflegeversicherung unter fairen Wettbewerbsbedingungen. Und schließlich unterstützen unsere IT-Expertinnen und -Experten mit spezifischem Know-how bei den vielfältigen Aufgaben im Datenmanagement.

Welche Herausforderungen stehen konkret an?

Oben auf der Agenda steht der Umbau der Krankenhauslandschaft. Der medizinische Fortschritt macht mehr Behandlungen ambulant möglich und zugleich führt die Spezialisierung bei der Behandlung zu einer besseren Qualität für die Patientinnen und Patienten. Die schließt eine Reform der Notfallversorgung mit ein. Leitplanken für den anstehenden Transformationsprozess sind daher die Konzentration von Leistungen und die ambulant-stationäre Verzahnung. Darüber hinaus brauchen wir ein schlüssiges Gesamtkonzept für die Pflege und zwar bezogen sowohl auf ein modernes Versorgungsangebot als auch auf eine nachhaltige Finanzierung.

Und welche Rolle spielen der demografische Wandel und die Digitalisierung?

Ja, unsere Gesellschaft wandelt sich: Die Babyboomer gehen demnächst in Rente und brauchen irgendwann mehr Versorgung und junge Menschen haben ihre eigenen Erwartungen an die Arbeitswelt. Uns als vdek-Gemeinschaft kommt beim Recruiting neuer Beschäftigter entgegen, dass wir als solidarische Kranken- und Pflegeversicherung positive Werte verkörpern. Das gilt auch für die Gesundheitsberufe – gleichwohl wird der Fachkräftemangel uns weiter begleiten. Deswegen ist alles zu unterstützen, was die Digitalisierung weiter vorantreibt. Elektronische Patientenakte, E-Rezept und Videosprechstunden sind Beispiele für ihr enormes Potenzial für Qualität und Effizienz.

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